Hexenmarkt auf Burg Satzvey

[Ich werde in diesem Artikel einige Namen und Orte nennen, bei denen es sich nicht um bezahlte oder anderweitig vergütete Werbung handelt, sondern lediglich um Nennung.]

Es liegt ein mystischer Nebel auf dem Land. Die Bäume rauschen leise im Wind und der Duft von Feuer und Magie liegt in der Luft. Zauberhafte Wesen und sagenhafte Gestalten folgen seiner Fährte über weite Felder und enge Gassen auf der Suche nach ihresgleichen, um gemeinsam Beltane, den ersten Mai, zu feiern. Es wird getanzt, gesungen, gelacht und gehext, denn an diesem magischen Ort treffen sich alljährlich Hexen und Zauberer, Feen und Elfen, Ritter und Burgfräulein und dürfen in eine andere Welt eintauchen, die allein ihnen gehört.

Naja, ihnen und einigen hundert Besuchern, denn die Rede ist vom jährlich am 1. Mai stattfindenden Hexenmarkt auf Burg Satzvey bei Köln. Dieser ist nicht nur für angehende und erprobte Hexen ein Genuss; er lädt auch Muggel und Normalsterbliche dazu ein, sich ein wenig verzaubern zu lassen.
Neugierig geworden durch ein strategisch auf meinem Weg zur Arbeit gelegenen Plakat, machten also auch John und ich uns auf den Weg durch den Nebel zur Burg. (Der Nebel ist hier kein atmosphärisch-stilistisches Mittel, es war einfach echt diesig.) Bereits die Ankunft war irgendwie magisch, denn die Burg ist Teil eines kleinen Dörfchens, das aus alten und charmanten Häusern besteht und in dem Parkverbot herrscht, sodass die Straßen nicht durch Autos zugestellt sind und die ruhige Atmosphäre gequälten Städtern wie mir eine wahre Wohltat ist. Um diese beizubehalten, gibt es am Rande des Dorfes eine Wiese, die als Parkplatz für alle Besucher genutzt werden konnte.

Schon beim Ankommen erwarteten uns außergewöhnliche Gestalten in prächtigen Roben, ein Seifenblasenkünstler, der Kindern beibrachte, riesige Seifenblasen zu zaubern und natürlich die stolze Burg Satzvey mit ihren runden Türmen und roten Verzierungen. Überall fanden sich Stände und Zelte, in denen Händler ihre magischen Öle und Seifen, handgemachten Schmuck und edle Kleidung feilboten. Und auch wenn das Wetter ein wenig missmutig sein wollte, ließen sich die Besucher und die Standbesitzer die Laune nicht verderben und feierten einfach ihre gemeinsame Liebe für das Mystische.

Besonders faszinierend fand ich die liebevollen Dekorationen, die sich überall auf dem Gelände wiederfanden und die Hingabe und den Witz, mit dem die Händler und Akteure ihren Rollen gerecht wurden. Und wer einmal Witcher gespielt hat, kommt sich hier vor wie bei Geralt zuhause, so stilecht und natürlich ist das Gelände erhalten. Die Burg besteht nicht nur aus dem eigentlichen Gebäude, sondern umfasst ein ganzes Areal aus ehemaligen Ställen und Dienerquartieren (glaube ich zumindest, für eine Burgführung hat die Zeit leider nicht gereicht) mit Innenhof, sodass es viele Ecken zum erkunden gab. Wer braucht dazu schon Hogwarts?

Mega wichtig natürlich auch: das Essen! Neben einigen festinstallierten Restaurants und Schänken, die zur Burg gehören, gab es natürlich auch jede Menge Buden und Stände, an denen die unterschiedlichsten Köstlichkeiten angeboten wurden. Wie das auf mittelalterlichen Veranstaltungen so ist, gab es jede Menge Fleisch, Met und Bier. Nix für mich also.
Aber ich fand meine Rettung in Form eines zauberhaften Falafelstandes, der auch komplett vegane Varianten hatte. Ich hatte in letzter Zeit ohnehin Lust auf Falafel, daher freute ich mich ganz besonders und schenkte der netten Bedienung ein extrabreites Lächeln als ich sah, dass die Taschen nur in ein Stück Papier und eine Serviette eingewickelt wurden. Doppel-yay für vegan und plastikfrei!


Zum Schluss verabschiedete uns die Burg mit strahlendem Sonnenschein und mitreißender Musik der Gruppe ORO. Jeder gute Mittelaltermarkt braucht auch eine Mittelalterband und die Rhythmen und Harmonien dieser Band passten ganz hervorragend zum Ambiente der Veranstaltung. Ich glaube, spätestens hier müsste auch der größte Mittelaltermuffel in Straßenkleidung Gefallen an dieser Welt gefunden haben. (Also kommt doch nächstes Mal im Leinenhemd statt in der Trekkingjacke, ihr Spielverderber. Looking at you, John.)

Ich habe mich auf jeden Fall mehr als wohlgefühlt in diesem kleinen Dorf auf dieser traumhaften Burg und werde definitiv wieder zu Besuch kommen um mich unter meinesgleichen zu mischen!

Mit Rauch in den Haaren,
Rebecca

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